Berlin: SPD und Grüne Vor Sondierungsgesprächen mit Linke?
Die Berliner SPD stellt sich für mögliche Sondierungen über eine Zusammenarbeit mit den Wahlsiegern der Linken neu auf. Spitzenkandidat und Landesvorsitzender Steffen Krach sei gemeinsam mit der Neuköllner Abgeordneten Derya Caglar für eine neue Doppelspitze der Fraktion einstimmig nominiert worden, sagte eine Sprecherin des Gremiums am Donnerstag. Gewählt werden sollen sie am Mittwoch.
Der langjährige Fraktionschef Raed Saleh hatte nach der Wahlniederlage angekündigt, nicht wieder anzutreten. Am Freitag will die Linkspartei offiziell über Gespräche mit SPD und Grünen beraten und voraussichtlich für die kommende Woche zu Sondierungen über eine Koalition einladen.
Der Landesvorstand der SPD wiederum will am Samstag über das Gesprächsangebot beraten. Es gilt als sicher, dass man zu Sondierungen bereit ist. Die Linkspartei hatte die Wahl mit großem Abstand gewonnen.
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Sie steht allerdings auch bei den möglichen Koalitionspartnern, den Grünen und der SPD, wegen antisemitischer Strömungen und Kontakten in das arabische Clan-Milieu in der Kritik. Zudem will die Linke Wohnungskonzerne wie Vonovia in der Stadt enteignen, was bei den potenziellen Partnern auf erhebliche Skepsis stößt.
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Rein rechnerisch wäre auch eine Koalition zwischen CDU, SPD und Grünen möglich. Diese hätte allerdings nur eine knappe Mehrheit, zudem gibt es dagegen sowohl in der SPD als auch bei den Grünen großen Widerstand.
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In Berlin könnte die Linke bald regieren - wären da nicht Antisemitismus-Vorwürfe und ein Clan-Chef, der zur Party auftauchte. Kommt es trotzdem zu Sondierungen mit SPD und Grünen?Jasmin Astaki-Bardeh, Berlinmit Video2:12
Etwa von Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne). Er warnt seine Partei vor einer Koalition mit der Linkspartei in Berlin und kritisiert die von ihr geplanten Enteignungen großer Immobilienkonzerne scharf. "Das ist der falsche Weg, das falsche ökonomische Instrument", sagt Özdemir im Politico Berlin Playbook Podcast.
Stattdessen plädiert Özdemir für eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes: "Das ist riesig. Wenn man da maßvoll bauen würde, gäbe es immer noch genug Platz", sagte er. Özdemir fordert zudem, im Umgang mit antisemitischen Aussagen von Linken-Politikern dieselben Maßstäbe anzulegen wie bei der AfD.
Er habe im Wahlkampf immer betont, dass man es der AfD "nicht durchgehen lassen dürfe", inakzeptable Zitate mit der Aussage zu rechtfertigen, dass sie von Einzelnen kämen und nicht für die gesamte Partei stünden.
Der Grünen-Politiker betonte, dass sich seine Kritik nicht explizit auf Spitzenkandidaten Elif Erap beziehe, die für die Linken das Amt der Regierenden Bürgermeisterin anstrebt. "Ich kenne die Dame nicht und will ihr kein Unrecht tun", sagte Özdemir. "Ihr nehme ich das ab." Allerdings bezweifle er, dass Eralp ihren Landesverband im Griff habe. "Ob sie die Partei kontrolliert und ob sie garantieren kann, dass alle ihre Mitglieder und alle ihre Abgeordneten und künftigen Senatoren das auch so sehen - großes Fragezeichen."
Kritik Aus Reihen Der Spd
Kritik kommt auch aus dem von Stuttgart 600 Kilometer entfernten Potsdam. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) spricht sich ebenfalls gegen ein rot-grün-rotes Bündnis in Berlin aus: "Ich kann meiner Partei in Berlin nur raten, von einer Koalition mit den Linken Abstand zu nehmen", sagte Woidke dem "Tagesspiegel" und den "Potsdamer Neueste Nachrichten".
Die Berliner Linke sei in Teilen antisemitisch und offen für kriminelle Clans, sagte Woidke weiter. Sie stehe für eine Schwächung von Polizei und Justiz. "Das wäre ein Sicherheitsrisiko für Berlin", sagte Woidke. Zudem schadeten die "Enteignungsfantasien" der Linken dem Wohnungsbau und der Wirtschaft in der Hauptstadtregion.
Kritik Von Cdu
Auch der ehemalige CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak warnte SPD und Grüne ausdrücklich vor einer Koalition mit der Linkspartei.
Eine Koalition von CDU, Grünen und SPD wäre in Berlin die einzige realistische Alternative zu Rot-Grün-Rot. Wer zwischen der Linken und CDU das Rennen macht, dürfen Grüne und SPD entscheiden. Möglicherweise sind diese Optionen für die Parteien eine solide Grundlage für Koalitionsverhandlungen.
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Quelle: Reuters, AFP, dpa, ZDFÜber die Wahlen in Berlin berichteten mehrere Sendungen, unter anderem das heute journal am 24.09.2026 ab 21:45 Uhr.
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